[Rezension] Ehrlich, Esther - Nest

Mittwoch, 18. Januar 2017

Quelle: Aladin
Titel: Nest
Originaltitel: NEST
Autor: Esther Ehrlich
Übersetzer: André Mumot
Erscheinungsdatum: 01. September 2016
Verlag: Aladin
ISBN: 978-3-8489-2077-8
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 320
Preis: 14,95€

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Für die elfjährige Naomi »Chirp« Orenstein ist ihr Zuhause auf Cape Cod wie ein kuscheliges warmes Nest - umgeben von weitläufigen Stränden, frischer Seeluft und den schönsten Vögeln. Doch der Tag, an dem bei ihrer Mutter Multiple Sklerose festgestellt wird, ändert alles. Machtlos muss die Familie mitansehen, wie die Krankheit schließlich in einer Tragödie endet. Chirp rinnt das Glück wie Sand durch die Finger. Bis eines Tages Joey, der eigenbrötlerische Nachbarsjunge, auftaucht, der sie auf seine ganz eigene Art daran erinnert, dass Flügel zum Fliegen da sind. 

Quelle: Aladin Verlag

Esther Ehrlich wuchs als jüngstes von vier Kindern in Boston auf. Sie studierte am Vassar College, New York, und lebt heute mit ihrer Familie an der San Fracisco Bay. Als Kind verbrachte sie jeden Sommer mit ihren Geschwistern auf Cape Cod. 

Quelle: Aladin Verlag


Liebe Leute, dieses Buch ist ein kleiner Schatz unter den vielen Büchern in dieser Welt. Es ist so süß und teilweise so traurig. Ich kann es gar nicht in Worte fassen.

Die 12-jährige Naomi, von allen nur "Chirp" genannt, ist ein lebendiges Mädchen, mit viel Phantasie und sie liebt die Vogelwelt. Am liebsten würde sie den ganzen Tag Vögel beobachten. Aber leider spielt das Leben nicht immer so mit. Ihre Mutter erkrankt an Multiple Sklerose und stürzt in eine tiefe Depression aus der es wohl kein Entrinnen mehr gibt. Naomi versucht alles, ihre Mutter wieder das Licht im Leben zu zeigen und weiß bald nicht mehr ein noch aus. Der Nachbarsjunge Joey ist ein kleiner Rabauke, mit dem Herz am rechten Fleck und entwickelt sich irgendwann zu einem guten Freund, der ihr zeigt, wie schön und aufregend das Leben, trotz allem sein kann.

Esther Ehrlich ist mit ihrem Debüt ein kleines Kuntstück gelungen. Mit Naomi schuf die Autorin eine quirlige und sympathische 12-jährige, die es gar nicht verstehen kann, dass ihre Mutter nicht mehr so kann wie früher. Naomi, die stets positiv und lebensfroh durchs Leben wandert, muss fast ohnmächtig mit ansehen, wie ihre geliebte Mutter immer mehr in ihrer Depression versinkt und daraus nicht mehr auftauchen kann. In ihren jungen Jahren, versteht Naomi das alles nicht. Sie will, dass es wieder wie früher ist. Sie will mit Mama tanzen, und verreisen und einfach das Leben und die Zeit genießen.

Naomis Freund Joey tat mir an vielen Stellen in der Geschichte leid. Die Autorin hat ihn als Kind einer Problemfamilie aufwachsen lassen, in der die Liebe keine große Rolle spielt. Es gelten dort strenge Regeln und sollten die nicht eingehalten werden droht es eine derbe Bestrafung. Für mich stand Joeys Familie im krassen Gegensatz zu Naomis ihre. Auch wenn da nicht alles bilderbuchmäßig verläuft, merkt man schnell, wieviel Liebe bei den Orensteins drin steckt.

Der Schreibstil in diesem Buch ist teilweise sehr bildlich, kindlich leicht und teilweise auch wunderbar poetisch. Auf jeder Seite, in jeder Zeile schwebt Naomis Wesen mit. Es ist so schön geschrieben und lebt von der Lebendigkeit der kleinen Protagonisten. Doch als Naomi krampfhaft versucht alte Zeiten wieder "aufleben" zu lassen, tat sie mir leid, weil ich ihren Schmerz und ihren Verlust verstehen kann. Dabei unterstützt wird sie von Joey, der ihr ein richtig guter Freund wird und wer weiß, was aus den beiden in den späteren Jahren wird.

Mit wunderbaren poetischen Worten und bildlicher Sprache erzählt uns die Autorin Esther Ehrlich in "Nest" die Geschichte von Naomi. Es ist ein Buch mit vielen liebevollen Details in der Erzählweise und berührte mich sehr. Man lernt die kleine Naomi kennen und schließt sie sofort ins Herz. Genau wie dieses Buch hier, welches wahrlich ein kleiner, besonderer Schatz ist.

Von mir gibt es



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