[Rezension] Benway, Robin - Emmy & Oliver

Donnerstag, 16. Juni 2016

Quelle: Magellan Verlag
Titel: Emmy & Oliver
Originaltitel: Emmy & Oliver
Autor: Robin Benway
Übersetzer: Jessika Komina & Sandra Knuffinke
Erscheinungsdatum: 25. Januar 2016
Verlag: Magellan Verlag
ISBN:978-373-485018-5
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 384
Preis: 17,95€

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Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Quelle: Magellan Verlag
Robin Benway ist in Südkalifornien aufgewachsen, hat in New York und Los Angeles studiert und in verschiedenen Buchhandlungen in L.A. gearbeitet, bevor sie ihr erstes Buch schrieb. Robin hört gern sehr, sehr laut Musik und liebt Espresso.

Quelle: Randomhouse

Ich muss ja sagen, ich liebe die Bücher des Magellan Verlags. Ich finde es schade, dass er bei der Masse an Jugendbuchverlagen ein wenig untergeht. Auch mit "Emmy & Oliver" ist wieder ein Buch erschienen, welches mit restlos überzeugen konnte. 

Vor zehn Jahren ist er verschwunden, Oliver, Emmys bester Freund, aus Kindheitstagen. Und zehn Jahre später ist er plötzlich wieder da. Emmy und ihre Freunde sind aufgeregt, als er wieder vor ihnen steht und sie wissen nicht, wie sie mit ihm umgehen sollen. Denn sein Verschwinden hatte nicht nur auf Olivers Leben Auswirkungen. Auch für Emmy hatte dieses Ereignis folgen. Ihre Eltern haben sie seitdem immer in Watte gepackt und ihr wenig Freiheiten gelassen. Kein Wunder also, dass Emmy ihnen verschweigt, dass sie das Surfen liebt und immer wieder heimlich ausbricht und ans Meer fährt.
Emmy und Oliver nähern sich langsam wieder an, was aber gar nicht so einfach ist, denn beide haben an den verlorenen Jahren zu knabbern.

Emmy, aus deren Sicht hier erzählt wird, ist 17 Jahre alt und leidenschaftliche Surferin. Ihr Geheimnis ist bei den Freunden sicher. Ihre Eltern dürfen nämlich nichts davon erfahren. Denn seitdem Oliver spurlos verschwunden ist, haben sie Angst, dass auch sie Emmy verlieren könnten. Emmy lernt schnell ihr Leben in die Hand zu nehmen und emanzipiert sich immer mehr von ihren Eltern.

Oliver ist anfangs sehr geheimnisvoll. Die Entführung scheint ihn verstört zu haben. Auch die Annäherung zu seiner Mutter, die ihn nie aufgegeben hat, scheint anfangs unter keinem guten Stern zu liegen. Diese hat längst eine neue Familie gegründet. Oliver fühlt sich als Fremdkörper und zieht sich zurück. Erst Emmy lockt ihn heraus aus seinem Schneckenhaus und die zarten Freundschaftsbande werden langsam wieder neugeknöpft.

In diesem Buch habe ich mich gleich wohlgefühlt. Robin Benway erzählt auf wunderbarer Art und Weise von Emmy und Oliver und bietet jedem der beiden genügend Raum, sich zu entfalten und sich einander wieder zu begegnen. Dabei kommt so gar kein Kitsch auf und die Autorin behandelt alles mit der richtigen Prise Realismus.
Auch die Nebencharaktere sind sympathisch und realistisch, drängen sich aber nicht auf. 
Es ist ein Buch mit ernsten Hintergrundthema, welches ich sehr erfrischend fand. Es war mal etwas anderes und ich finde, die Autorin konnte die Folgen der Kindesentführung gut und verständlich herüberbringen. Die Handlung ist sehr berührend und regt zum Nachdenken an. Die Geschichte gibt eher leise Töne von sich und wird auch von den tollen Buchcharakteren getragen. Diese machen das Ganze zu etwas Besonderen. 
Auch das Ende gefällt mir sehr. Es ist nicht das typische triefende Happy End in dem alle Hand in Hand gen Sonnenuntergang tanzen.  Es lässt die Zukunft offen und die eigene Phantasie spielen. Das mag ich sehr und lässt mich zufrieden zurück.

"Emmy & Oliver" ist für mich endlich wieder ein kleines Lesehighlight. Es glänzt durch sympathische Charaktere und ist eine wundervolle Geschichte über das Erwachsenwerden, Freundschaft und die erste Liebe. Robin Benway hat einen schönen, feinfühligen und leisen Schreibstil, der mich einfach tief in die Handlung eintauchen ließ. Ich habe mich unendlich wohlgefühlt und kann dieses Buch nur jedem empfehlen.

Von mir gibt es




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