[Rezension] Boyle Rodtnes, Nicole - Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Mittwoch, 16. März 2016

 
Quelle: Beltz & Gelberg
Titel: Wie das Licht von einem erloschenen Stern
Originaltitel: Hul i hovedet
Autor: Nicole Boyle Rodtnes
Übersetzer: Gabriele Haefs
Erscheinungstermin: 07. März 2016
Verlag: Beltz und Gelberg
ISBN: 978-3-407821041
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 243
Preis: 14,95€




Seit Vega bei einer Party gestürzt ist, kann sie weder sprechen, lesen noch schreiben. Diagnose: Aphasie. Doch war es wirklich ihr eigenes Verschulden? Oder wurde sie absichtlich geschubst?

Als Vega diesen Verdacht gegenüber ihrer besten Freundin Ida und ihrer Schwester Alma andeutet, wenden sich beide vor den Kopf gestoßen von ihr ab. Vega ist frustriert und fühlt sich völlig unverstanden und entsetzlich einsam. Bis sie Theo trifft und sie gemeinsam die fehlenden Puzzleteile in Vegas Erinnerung zusammensetzen...

Quelle: Beltz und Gelberg


Nicole Boyle Rødtnes, geb. 1985, gründete 2002 den Verein »Hoffnungsvolle junge Schriftsteller«, der zahlreiche erfolgreiche dänische Schrift steller hervorgebracht hat. 2010 debütierte sie mit dem Roman »Dødsbørn«, dem ersten Band einer Serie, der bei einem kleinen Verlag herauskam und schnell sehr erfolgreich wurde.

Quelle: Beltz & Gelberg


Vega leidet unter Aphasie. Ihr wurde die Möglichkeit der Sprache genommen. Auf einer Feier ist sie in den Swimming Pool gestürzt und wurde von ihrem Freund Johann gerettet. Seitdem hat sich ihr ganzes Leben und ihre ganze Welt verändert. Freunde entfernen sich immer mehr von ihr und auch ihr Freund Johann findet keinen Weg mit Vegas Krankheit klar zu kommen. Bei einem Workshop trifft Vega auf Theo. Er leidet ebenso an Aphasie und die beiden finden einen Weg zu kommunizieren. Sie freunden sich an und mit Theos Hilfe will Vega die Frage klären, die ihr am meisten im Kopf herumschwirrt: Ist sie geschubst worden?

Schon als ich das Cover entdeckt hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Daher habe ich mich gefreut, dass ich es Dank Blogg Dein Buch bekommen habe. Ich mag es total und finde, es passt toll zum Inhalt. Dieser ist nicht nur ein Novum unter den Jugendbüchern, sondern auch von der Autorin toll umgesetzt worden. Das Thema Aphasie wird in dieser Geschichte gut erklärt und ich konnte den Frust und den Ärger von Vega über ihre verlorenen Sprache verstehen und auch mitfühlen. 

Ich fand es sehr erfrischend, dass die Handlung mal nicht in Amerika oder dergleichen stattfand, sondern in Dänemark. Aber es war für mich genauso erfrischend die dänische Autorin Nicole Boyle Rodtnes dank dieses Debüts kennenzulernen. Sie hat einen tollen, einfühlsamen Schreibstil und ich mochte die Art, wie dieses Buch aufgebaut war. 

Zu Beginn jedes Kapitel gibt es einen Rückblick zu Vegas Zeit im Krankenhaus kurz nach dem Sturz und dem Koma. Danach befindet sich der Leser im Hier und Jetzt und lernt den Alltag und Vegas Kampf mit ihrer Krankheit kennen. Dieser wurde toll umgesetzt und ich konnte wirklich Vegas Gefühle verstehen. 

Es ist ein sehr berührendes und aber irgendwie auch stilles Buch. Die Handlung wartet nicht mit spannungsgeladenen Szenen auf. Auf ruhiger Art hat die Autorin es geschafft, mich mitzunehmen auf Vegas Reise aus ihrer Krankheit und ihren Kampf für die eigene Sprache. Ich fand es enorm, wie auch Theo gemeinsam mit Vega Schritt für Schritt wieder in die "gesunde Normalität"zurückkehren. Die Zwei nähern sich langsam und Theo hat seine eigene konsequente Art Vega nicht in Ruhe zu lassen, so dass sie sich nicht dem Trübsal blasen hingeben kann. 

Es ist schon erstaunlich, welche Gedanken einem beim Lesen aufkommen. Wie ist das, wenn man selbst nicht mehr sprechen kann? Wir, die jeden Tag irgendwelche Wörter, vielleicht auch völlig unbedacht, heraushauen. Von daher kann ich jedem dieses Buch empfehlen, die mal einen Einblick in die Krankheit Aphasie haben und eine besondere und tiefgründige Geschichte lesen wollen.


 "Wie das Licht von einem erloschenen Stern" hat das Zeug zum Lieblingsbuch. Dieses Buch sprüht vor wunderbarer Wörter, obwohl der Protagonistin diese doch so sehr fehlen. Die Autorin Nicole Boyle Rodtnes beeindruckt durch einen einfühlsamen Schreibstil und kann bei mir mit der Umsetzung des Themas Aphasie und der tiefgründigen Handlung voll punkten.

Von mir gibt es



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