[Rezension] Niven, Jennifer - All die verdammt perfekten Tage

Montag, 11. Januar 2016

Quelle: Amazon

Titel: All die verdammt perfekten Tage
Originaltitel: All the bright Places
Autor: Jennifer Niven
Übersetzer: Alexandra Ernst
Erscheinungstermin: 28.12.2015
Verlag: Limes Verlag
ISBN:978-3-8090-2657-0
Format: Klappenbroschüre
Seiten: 400 
Preis: 14,99€




Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch. 
Sechs Stockwerke über dem Abgrund, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke - das Leben eben. So passiert es auch, das Finch bei Violet er selbst sein kann - ein witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen.. Aber während Violet anfängt das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden...

Quelle: Randomhouse


Quelle: Randomhouse

Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzereißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert - die Rechte wurden bisher in 34 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren "literarischen" Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte.

Quelle: Randomhouse




Jennifer Niven hat in den USA schon einige Bücher heraus gebracht. "All die verdammt perfekten Tage" ist ihr erstes Buch, welches weltweit Beachtung findet. Die Vorschusslorbeeren waren immens. Aber wird das Buch denen auch gerecht?

Violet und Finch - zwei Highschool-Schüler in ihrem vorletzten Jahr, sind sich eigentlich noch nie begegnet. Aber das Schicksal will es so, dass die beiden sich ausgerechnet bei ihren Vorhaben vom Turm zu springen über den Weg laufen. Finch hält Violet davon ab Selbstmord zu begehen. Jedoch wird Violet als die "Heldin" gefeiert, die den Freak Finch vom Sprung abhält. Finch hängt sich an Violets Fersen und will ihr zeigen, dass das Lebe  noch lebenswert ist. Dass er dabei sich selbst vergisst, scheint ihm egal zu sein...

Ein Buch über Suizid, Depression und anderen psychischen Erkrankungen ist harte Kost und ich hatte vorm Lesen die Befürchtung, dass ich selbst in eine Art dunkles Loch fallen könnte, weil ich so berührt von der Geschichte bin. Aber dem ist nicht so. Denn auch wenn die Handlung recht düster beginnt, zeigen sich auch helle Seiten.

Violet war eigentlich immer das allseits beliebte Mädchen. Aber seit dem Unfalltod ihrer Schwester fiel sie in ein tiefes Loch, aus dem sie sich vermeintlich nur durch einen Selbstmord heraushelfen kann. Durch die Begegnung mit Finch bekommt sie wieder Mut fürs Leben und die Kraft Pläne für die Zukunft zu schmieden. Violet war für mich nicht von Anfang an greifbar, so dass ich nicht gleich mit ihr warm wurde. Aber das legte sich irgendwann und am Ende konnte ich sogar mit ihr mitfühlen. Allerdings war es für mich nicht verständlich, wie und warum so plötzlich Gefühle für Finch da waren. Anscheinend habe ich irgendwas verpasst oder gar überlesen.

Finch ist der Freak der Schule, der sich alljährlich irgendwas einfallen lässt, damit er irgendwie auffällt. Er hat zwei beste Freunde, die ihm treu zur Seite stehen, ist aber sonst sehr einsam. Er hat Depressionen und leidet an einer bipolaren Störung und sein Wunsch, sein Leben zu beenden, sitzt tief in ihm fest. Violet ist eine Art Rettungsanker für ihn. Aber ob sie es schafft Finch vom letzten Schritt abzuhalten?

Dieses Buch ist keine leichte Kost und geht dem ein oder anderen an die Nieren und wird ihn tief berühren. Ich selbst konnte mich gut in den Charakteren einfühlen, aber doch blieb mir manches Handeln und Denken schleierhaft. Ich war nie von derartigen psychischen Erkrankungen betroffen. Dafür bin ich dankbar und doch weiß ich, dass keiner verstehen kann, warum ein Mensch in dieser Phase so handelt, so handeln muss. Die Autorin hat versucht Violets und Finch seelisches Chaos dem Leser zu vermitteln. Dies ist ihr auch meistens gut gelungen. Aber manchmal viel es mir schwer, mich den beiden Protas verbunden zu fühlen. Ihr Denken und Handeln war zu weit weg für mich.

Auch das Ende hat mir nicht gefallen. Einen vernünftigen Schlusspunkt konnte ich nicht finden, weshalb ich auch lange über diese Rezension grübeln musste. Es gab eine Stelle, da wäre für mich Schluss gewesen. Aber Mrs. Niven entschied sich dazu, noch ein paar Kapitel mehr anzuhängen. Doch trotz aller kleinen Kritikpunkte ist dieses Buch seinen Vorschusslorbeeren gerecht geworden. Ich war ergriffen von Finch' Leben und sein Versuch dafür zu kämpfen. Er, und die doch recht fesselnde Handlung, versöhnte mich auch wieder mit dem unzufriedenen Ende und anderen kleinen Makeln.


Violet & Finch - zwei junge Menschen, die ums (Über-) Leben kämpfen. Jennifer Niven hat den inneren Kampf und das seelische Leiden gut rüber bringen können. Finch hat sich in mein Leserherz geschlichen und half mir, mich mit dem Ende zu versöhnen. Ein Buch, welches berührt und auch zum Nachdenken anregt.

Von mir gibt es  





1 Kommentar:

  1. Huhu Caro,

    ich verstehe was du mit dem unzufrieden stellenden Ende meinst, auch ich war erst total Zwiegespalten darüber. Trotzdem zeigt es eben auch, dass nicht alles so endet wie man es sich erhofft, dass nicht jeder stark genug ist für diesen Kampf. Persönlich empfand ich das Ende einfach nur noch passend für diese Geschichte. Finch ist definitiv ein Highlight dieser Geschichte gewesen und ich verstehe schon, wieso sich da Gefühle seitens Violet für ihn entwickeln. =D Er ist einfach eine tolle Person. =)) Aber wie Violet von ihrer ersten Einstellung ihm gegenüber zur nächsten gekommen ist, ist wirklich nicht ganz soo nachvollziehbar, da muss ich dir recht geben.
    Insgesamt freue ich mich total, dass dir das Buch doch auch gefallen hat, gerade weil es eins meiner Highlights im letzten Jahr gewesen ist. =)

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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