Dienstag, 23. August 2016

[Rezension] Weberg, Liv Marit - Zum Glück bemerkt mich niemand... dachte ich

Quelle: Fischer Verlag
Titel: Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich
Originaltitel: Jeg blir heldigvis ikke lagt merke til
Autor: Liv Marit Weberg
Übersetzer: Hinrich Schmidt-Henkel
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2015
Verlag: Sauerländer
ISBN: 978-373-735170-6
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 224
Preis: 12,99€

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Gerade ist Anne Lise in ihrer erste eigene Wohnung gezogen - Großstadt! Jungs! Yay! -, doch das wilde Partyleben lässt auf sich warten. Denn Anne Lise ist schüchtern. So DERARTIG schüchtern, dass es kaum auszuhalten ist. Vor allem ihr Freund Tore hält es keinen Tag länger aus.... und geht. Und als ihre Eltern ihr dann auch noch den Unterhalt streichen, wird Anne Lise überraschend klar: Vielleicht kann man sein Leben doch nicht unsichtbar verbringen?

Quelle: Fischer Verlag

Liv Marit Weberg wurde 1988 als schüchternes kleines Mädchen geboren und lebt heute in Oslo. Sie hat am Norwegischen Kinderbuchinstitut literarisches Schreiben studiert und ihren Master in Nordischer Literatur an der Universität Oslo gemacht. In ihrem Debütroman "Zum Glück bemerkt mich niemand... dachte ich" verarbeitet sie auch ihre eigenen Gefühle und Erfahrungen - und treibt sie auf die Spitze.

Quelle: Fischer Verlag


Anne Lise ist schüchtern - wirklich schüchtern. So schüchtern, dass sie überhaupt gar nicht mit anderen Menschen vernünftig kommunizieren kann. Sie verzieht sich lieber in ihre eigenen vier Wände anstatt sich Freunde und Kontakte zu anderen Studenten zu suchen. Als ihr Freund Tore die Flucht ergreift, weil er einfach nicht bei ihr durchdringen kann, und ihre Eltern ihr den Unterhalt streichen, ist Anne Lise gezwungen, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen. Ob ihr das gelingt, ist eine der großen Fragen in diesem Buch...

Liv Marit Weberg ist hierzulande eine relativ unbekannte Autorin. Mit ihrer Protagonistin Anne Lise hat sie nicht nur eine teilweise autobiographische Geschichte geschrieben. Sie hat auch ein Buch veröffentlicht, welches sich in der großen Welt der Literatur leider noch nicht so durchgesetzt hat. Warum das so ist, wollte ich herausfinden, weshalb ich ihr Erstlingswerk gelesen habe.

Der Schreibstil überrascht schon auf den ersten Seiten. Er war doch recht gewöhnungsbedürftig. Anfangs dachte ich, warum die Autorin so nüchtern schreibt. Ich habe wirklich mehr Emotionen gleich zu Beginn erwartet. Aber nach und nach verstand ich, was das Ziel von Weberg war. Ihre Protagonistin hat einfach Schwierigkeiten Emotionen zu zeigen. Sie ist zu schüchtern, sich anderen Menschen zu öffnen, und das wollte die Autorin einfach verdeutlichen. Eine gewisse Übertreibung schwebt auf den ganzen Seiten mit, aber sie macht Anne Lises auftreten auch so herrlich skurril.

Anne Lise ist wirklich eine Marke. Zwischenzeitig hätte ich sie echt an die Wand klatschen können. Da hat sie (anscheinend) einen tollen Freund, der wirklich viel Geduld mit ihr beweist, und sie schafft es trotzdem nicht, ihr Schneckenhaus zu verlassen. Dieses Schneckenhaus scheint so dermaßen hart und verworren zu sein, dass es wirklich fast ein Wunder bedarf, dass Anne Lise sich endlich öffnet. Und irgendwann passiert es.... Langsam aber sicher wird sie redseliger und wirft auch mal einen Spruch in die Runde. Aber alles ganz bedächtig und immer mit einer großen Portion Vorsicht.

Wenn man am Ende ein Wunder erwartet und hofft, dass Anne Lise eine 180°-Wendung macht, dem sei schon mal verraten, dass dem nicht so ist. Aber Anne Lise geht ihren Weg, in kleinen leisen Schritten und immer mit Bedacht. Sie analysiert jede Situation, jeden Menschen. Mit der Zeit lernt sie, dass sie nicht so weitermachen kann und das ist das Schöne an diesem Buch. Es macht den Eindruck, das selbst dieses Buch die schüchterne Philosophie von Anne Lise sich einverleibt hat. Denn so richtig bemerkt wurde dieser kleine Schatz bisher noch nicht. Aber vielleicht ändert sich das ja in kleinen Schritten, mit der richtigen Initialzündung.... wie es halt auch bei Anne Lise der Fall ist.




"Zum Glück bemerkt mich niemand... dachte ich" hat einfach mehr Aufmerksamkeit verdient. Der Anfangs schon sehr gewöhnungsbedürftige Schreibstil, verdeutlicht im Laufe der Handlung einfach wie die Protagonistin tickt. Liv Marit Weberg hat einen doch recht skurrilen Charakter erschaffen, der mich als Leser erst mit der Zeit gewinnen konnte. Ein stilles Mädchen, welches ihren stillen Weg geht, um sich doch irgendwie bemerkbar zu machen. Einfach sympathisch!

Von mir gibt es





Donnerstag, 18. August 2016

Kaufmann, Amie & Spooner, Meagan - These Broken Stars - Lilac und Tarver

Quelle: Carlsen
Titel: These Broken Stars - Lilac und Tarver
Originaltitel: These Broken Stars
Autor: Amie Kaufman & Meagan Spooner
Übersetzer: Stefanie Frieda Lemke
Erscheinungsdatum: 27. Mai 2016
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-355-158357-4
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 496
Preis: 19,99€

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Es ist nur eine flüchtige Begegnung, doch dieser Moment auf dem größten und luxuriösesten Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, wird ihr Leben für immer verändern. Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Nichts könnte die Kluft zwischen ihnen überbrücken – außer dem Schiffbruch der angeblich so sicheren Icarus. Als das Unfassbare geschieht, müssen Lilac und Tarver auf einem fremden Planeten ums Überleben ringen. Zu zweit gegen die Unendlichkeit des Alls... 

Quelle: Carlsen


 Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.

Meagan Spooner wuchs in Washington, D.C., auf. Sie las und schrieb schon als Kind in jeder freien Minute, träumte damals aber noch von einer Karriere als Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin. Heute lebt sie ihre Abenteuerlust beim Schreiben und beim Reisen aus. In ihrer Freizeit spielt sie Gitarre, Videospiele und mit ihrer Katze.

Quelle: Carlsen


Von diesem Buch habe ich so einiges erwartet. Jedoch nicht, dass es mich so umhaut und begeistert. Gleich von der ersten Seite an, war ich gefangen im Weltall. Ich fühlte mich wie auf der Titanic und entdeckte einige Parallelen zu dem Blockbuster der 1990er. Aber im Gegensatz zu dem Film fand ich gefallen an der Geschichte von Lilac und Tarver.

Die beiden Protagonisten, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein können und deren Herkunft nicht weiter entfernt sein kann, als sie bei Lilac und Tarver ist, lernen sich auf dem größten Raumschiff aller Zeiten kennen, der Icarus.   Beide finden gefallen aneinander und flirten bei ihrer ersten Begegnung miteinander. Doch gesellschaftliche Konventionen zwingen Lilac dazu, Tarver den Laufpass zu geben. Sie will ihn schützen, vor der Schmach und den Klatsch der Boulevardpresse und vor ihrem Vater, der sie hütet und beschützen lässt wie ein Augapfel.

Tarver fand ich sehr sympathisch und auch authentisch. Als Kriegsheld darf er nun die Annehmlickeiten der oberen Gesellschaftsschichten genießen und bleibt aber trotzdem auf dem Teppich. Er hat einen feinen Sinn für Humor und weiß, wie er Lilac nehmen muss, um sie auf die Palme zu bringen.

Lilac ist anfangs das verwöhnte Mädchen aus gutem und steinreichen Hause. Sie verhält sich vielleicht nicht unbedingt wie eine Prinzessin, aber man merkt, dass sie in ihrem Leben nie wirklich Entbehrungen durchmachen musste. Im Laufe der Handlung entwickelt sie eine überaus beeindruckende Stärke und Selbstständigkeit, die man anfangs von ihr vielleicht nicht so erwartet hätte.

Die beiden Autorinnen Kaufman und Spooner haben einen Schreibstil, der ihre Geschichte zum einen spannend machte. Zum anderen besitzen die beiden aber auch, das nötige Feingefühl für Emotionen und Ängste. Es wird aus der wechselnden Perspektive erzählt, was ich immer klasse finde, weil man so in beider Gedankengänge eintauchen kann.  Ich mochte es, wie sich die Beziehung zwischen Lilac und Tarver langsam entwickelte und intensiver wurde. Nach anfänglichen Streitereien vertrauen die beiden sich immer mehr und wissen die Verlässlichkeit und Stärken des anderen zu schätzen.

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd zugleich. Trotz der fast 500 Seiten fliegt man durch die Handlung und man will gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Hintergrund der Geschichte gestaltet sich ebenfalls spannend. Denn es wird nicht nur Kritik auf die alles einnehmende Kolonialisierung geübt. Es wird auch gezeigt, wie mächtige Konzerne es schaffen, imageschädigende Fakten geheimzuhalten und ohne Rücksicht auf Verluste zu verteidigen.

Ich freue mich schon auf den zweiten Band dieser Reihe, deren Handlung genau wie hier, in sich abgeschlossen ist. Ich bin gespannt, ob mich Jubilee und Flynn ebenso begeistern werden wie Lilac und Tarver.

"These Broken Stars" ist für mich ein absoluter Volltreffer. Es überzeugt auf ganzer Linie und bietet eine spannende und fesselnde Handlung, die einfach nur begeistert. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte von Lilac und Tarver gefangen und durfte miterleben, wie deren zarte Liebesbande sich langsam verknüpfen. Das nötige romantische Kribbeln findet man an den richtigen Stellen, aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Daher gibt es von mir neben der vollsten Leseempfehlung,  auch



Mittwoch, 17. August 2016

[Rezension] Krumbiegel, Steffi - Nadja - Der Wächterin Erbe

Quelle: Tredition
Titel: Nadja - Der Wächterin Erbe
Originaltitel: -/-
Teil einer Reihe?: Ja, der erste von ?
Autor: Steffi Krumbiegel
Übersetzer: -/-
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2016
Verlag: Tredition Verlag
ISBN: 978-373-453466-9
Format: Taschenbuch
Seiten: 280
Preis:10,99€

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Nadja ist eine mitreißende Erzählung für Jung und Alt mit einem historischen Hintergrund. Die Haupthandlung findet in Dresden statt. Fantasy trifft auf deutsche Adelsgeschlechter. Der Leser besucht die ältesten Orte Deutschlands, trifft auf Geister, Dämonen und Burgen. Alte Magie gemischt mit der realen Zeit. Nadja, welche Schweres durchlebte, einsam wandelte, gerät in ein fantastisches Abenteuer. Sie erfährt von einem Erbe, einer Familie, einem alten Geheimnis.

 Quelle: Tredition

Im August 1981, in Stralsund erblickte Steffi Krumbiegel das Licht Welt. Schnell stand für die Eltern fest, dass ihre Reise nach Sachsen führen musste. In der Nähe einer beschaulichen Kleinstadt mit Namen Döbeln wuchs sie auf.
In dieser Phase ihres Lebens nutzen ihre Eltern jede freie Zeit um ihr Museen, Burgen, Schlösser oder andere Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Dies prägt sie bis heute. Sie empfindet eine tiefe Verbundenheit zu ihren Wurzeln, zur Geschichte und Kultur ihrer Heimat.
Mit 19 zog sie nach München. Dort lernte sie ihren Mann kennen, bekam einen süßen Sohn und arbeitet in einer anspruchsvollen Branche. Dennoch träumt sie von fernen Orten, Reisen, kleinen Abenteuern, welche sie in ihren Geschichten auslebt. Abends wenn es still und leise ist, taucht sie in ihren Romanen ein. Schreibt gespannt nieder, was ihre Protagonisten erleben.

Quelle: Amazon
Nadja staunt nicht schlecht, als sie an ihrem 21. Geburtstag erfährt, dass sie eine verschollene Tochter einer alten und reichen Adelsfamilie ist. Sie, die ihre Kindheit hinter den Mauern von Kinderheimen und mit grausamen Pflegefamilien verbringen musste, erfährt quasi von einem Tag auf den anderen, was Liebe, Familie und Wohlstand bedeutet. Nadja, ist eine eher stille Person, die gelernt hat lieber zu schweigen, als dass sie das Risiko eingeht, für ein falschen Wort bestraft zu werden. Als sie ihr Erbe antritt, stürzt sie in eine Welt voller Magie, Abenteuer und alter Legenden.

Ich bin von der Autorin angeschrieben worden, ob ich nicht Interesse hätte, das Buch zu lesen und an einer Blogtour teilzunehmen. Da mich der Klappentext neugierig machte, habe ich sehr gerne zugestimmt und durfte nicht nur ein tolles Fantasy-Abenteuer sondern auch eine ganz liebe Autorin kennen lernen.

Anfangs wundert man sich sehr über Nadja und ihre nüchterne und kalkulierende Art. Ich hatte schon Schwierigkeiten mit ihr warm zu werden. Nadja ist sehr menschenscheu und schweigsam. Sie arbeitet in einem Rechtsanwaltsbüro und gönnt sich nur das Nötigste. Von jenem Rechtsanwalt erfährt Nadja auch die Wahrheit über ihre Herkunft. Nach anfänglichen Zweifeln begibt sie sich auf einen neuen Weg. Im Laufe der Handlung wird sie immer mutiger und offener. Sie findet nicht nur eine neue Familie, sondern auch neue Freunde und sogar die Liebe.

Dennoch fand ich Nadja stellenweise etwas anstrengend, da sie immer wieder in ihr altes Muster voller Zweifel und Misstrauen fiel. Das störte mich und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin ihrer Protagonistin hier mehr Selbstvertrauen verpasst. Aber ich habe mich auch gefreut darüber, wie sie andererseits immer lockerer und auch witziger gegenüber ihren neuen Freunden wurde. Sie lernt für sich einzustehen und kämpft auch für ihre eigenen Interessen.

Steffi Krumbiegel hat einen wirklich angenehmen Schreibstil, der total gut zu Nadja und ihrer charakterliche Entwicklung passt. Anfangs ist alles noch ziemlich nüchtern und sachlich. Aber je mehr man in die Handlung eintaucht, umso lockerer wird die Art des Schreibens. Es entwickelt sich eine beeindruckende Tiefgründigkeit, auf die man in Fantasy-Büchern nicht sehr oft trifft.
Ganz toll fand ich auch, dass die Orte der Handlung realen Plätzen in und um Dresden entsprachen. Der Leser lernt nicht nur einige historische Dinge kennen. Er darf auch durch den Dresdner Zwinger und durch alten Burgen wandern. Allein schon damit konnte mich die Autorin für sich gewinnen und überzeugen. Sie verpasst dem Fantasy-Anteil nochmal eine gesunde Portion Realität und macht sie spannender. Die Mischung ist Steffi Krumbiegel gut gelungen und sie macht die ganze Handlung auch nochmal authentischer.


Wer Lust hat durch alte Burgen und berühmte Sehenswürdigkeiten in Dresden zu wandern, dem kann ich Steffi Krumbiegels Debüt "Nadja - Der Wächterin Erbe" nur ans Herz legen. Eine Handlung, die mit Fantasy-Elementen gespickt und mit einer guten Portion Realität gefüttert wird, überzeugt genauso wie der schöne Schreibstil der Autorin. Aber auch wenn mich die Protagonisten an manchen Stellen etwas nervte, kann ich dieses Buch euch wärmstens empfehlen.

Von mir gibt es







Mittwoch, 10. August 2016

[Rezension] Menke, Marie - Calliope Isle - Der siebte Sommer

Quelle: Carlsen
Titel: Calliope Isle - Der siebte Sommer
Originaltitel: -/-
Autor: Marie Menke
Übersetzer: -/-
Erscheinungsdatum: 02. Juni 2016
Verlag: Carlsen Impress
ISBN: 978-364-660224-1
Format: Ebook
Seiten: 316
Preis: 3,99€

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Seit ihrem neunten Lebensjahr verbringt Allie jeden Sommer auf der traumhaft schönen Tropeninsel Calliope Isle. Zusammen mit Gleichaltrigen besucht sie dort das Arts Camp und tut, was sie am liebsten macht und am besten kann: schreiben, schreiben, schreiben. Doch ihr siebter Sommer auf der exotischen Insel beginnt diesmal unter ganz anderen Vorzeichen. Erst erhält Allie die niederschmetternde Nachricht, dass sie adoptiert wurde, und dann wird ihr auf der Überfahrt auch noch zugeflüstert, dass dieser Sommer alles in ihrem Leben verändern wird – und das ausgerechnet von dem mysteriösen neuen Jungen im Camp. Schon bald stellt sich heraus, dass alle etwas wissen, was Allie nie erzählt wurde, und dass dieses Geheimnis nicht wenig mit ihrem außergewöhnlichen Schreibtalent zu tun hat…

 Quelle: Carlsen

Marie Menke wurde 1997 geboren, wuchs in einer Kleinstadt in NRW auf und machte nach ihrem Abitur einen einjährigen Abstecher in Spaniens Hauptstadt Madrid. Wenn sie gerade nicht beim Schreiben von Jugendromanen oder für Online-Magazine und Lokalzeitungen ihrer Kreativität freien Lauf lässt, zählen das Tanzen von Ballett bis Hip Hop und das Reisen zu ihren größten Leidenschaften.

Quelle: Carlsen
Einen ganzen Sommer lang sich nur dem Schreiben widmen. Ein Traum für jeden Autor. Für Allie erfüllt sich dieser Traum. Sie reist nach Calliope Isle ins Schreibcamp und erlebt dort mit ihren neuen Freunden tolle Zeiten. Sechs Sommer lang werden Sommer, Sonne, Strand und die Lust zu schreiben genossen. Doch der siebte Sommer wird alles ändern. Dies wird ihr schon auf der Schifffahrt dorthin prophezeit. Sie trifft auf einen mysteriösen Jungen namens Matt, der ebenfalls auf Calliope Isle den Sommer verbringt, den sie aber noch nie gesehen  hat. Ihm wird sie öfters über dem Weg laufen und es wird zu Ereignissen kommen, die ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellen.

Ich kann jetzt nicht genau sagen, was ich von diesem Buch erwartet habe, aber so ganz glücklich bin ich mit diesem Werk von Marie Menke leider nicht. Zu Beginn stürzt einen die Autorin direkt in die Handlung und jagt ihre Protagonistin und den Leser durch sechs Sommer. Die ersten Kapitel sind recht kurz gehalten und die Erlebnisse werden recht oberflächlich abgehandelt. Ich habe erst gedacht "Puh, die Autorin legt aber ein Tempo vor". Aber dann kommt der siebte Sommer und sofort hatte ich das Gefühl, dass die Autorin auf die Bremse getreten ist.

Die Handlung zieht sich manchmal ziemlich dahin und zerrte an meinen Nerven, weil nicht wirklich was Aufregendes passiert. Es werden kleine Spannungsfetzen hinein geworfen, die schon ein wenig Lust auf mehr machen. Aber diese Lust verfliegt genau so schnell wieder. Das fand ich sehr schade. Es musste mich daher oft durch die Handlung kämpfen.

Selbst mit Allie wurde ich nicht richtig warm. Ihr fehlte irgendwie das Feuer, die Leidenschaft fürs Schreiben. Wobei mir dies generell fehlte. Auf der Insel geht es um Schreiben und nichts anderes. Aber die Leidenschaft und die Freude daran, konnte die Autorin für mich nicht transportieren. Auch hinterfragt mir Allie zu wenig. Das störte mich schon sehr, da mir beim Lesen eine Menge Fragen aufgekommen sind. Ihre aufkeimende Beziehung mit Matt war da schon ein kleiner Lichtblick, die irgendwann ein klein wenig Fahrt aufnahm.

Jedoch konnte mich Marie Menke mit dem Hintergrund der Handlung überzeugen. Die Beschreibung der Insel löst Urlaubsfeeling pur aus. Es ist wirklich ein schönes Buch für den Sommer. Auch die ganzen Geheimnisse und Machenschaften wurde plausibel erarbeitet. Dennoch wird man am Ende mit einem Fragezeichen zurückgelassen. Ob dieses Buch also nun ein Einzelband ist oder der erste Teil einer Reihe, kann ich also leider nicht sagen.

"Calliope Isle - Der siebte Sommer" ist ein Buch für den Sommer und besticht durch einen schönen Handlungsort. Aber leider konnte mich Marie Menke nicht hundertprozentig überzeugen. Eine zeitweise lahmende Handlung und eine Protagonisten, mit der ich nicht warm wurde, trübten den Lesespaß. Auch das Ende ließ mich nicht zufrieden zurück.

Von mir gibt es daher